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Iran: Bita Shafii und ihre Mutter im Gefängnis

Bita Shafii

Die iranischen Behörden haben erneut ihre eskalierende Unterdrückungskampagne demonstriert, indem sie willkürlich Personen festgenommen haben. Die 19-jährige Aktivistin Bita Shafiei und ihre Mutter, Maryam Abbasi Nikoo. Beide Frauen werden derzeit ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten, ohne dass klare Informationen über ihren Aufenthaltsort, ihren rechtlichen Status oder ihren Gesundheitszustand vorliegen. Ihr Fall ist zu einem deutlichen Symbol für die anhaltenden Angriffe des iranischen Regimes auf grundlegende Menschenrechte geworden, die sich insbesondere gegen Frauen, Jugendliche und Familien richten, die es wagen, sich gegen Ungerechtigkeit auszusprechen.

Die Inhaftierung eines Jugendlichen Frau und ihre Mutter für friedliches bürgerschaftliches Engagement weckt tiefe Besorgnis über das Verschwindenlassen, psychologischen Druck und die Gefahr von Misshandlungen im iranischen Strafvollzugssystem – einem System, das seit langem wegen seiner mangelnden Transparenz und Rechenschaftspflicht kritisiert wird.

Wer ist Bita Shafiei?

Bita Shafiei ist eine 19-jährige Bürgerin aus Shahin Shahr in der iranischen Provinz Isfahan. Trotz ihres jungen Alters ist sie bekannt für ihren Mut, sich zu sozialen Ungerechtigkeiten, öffentlicher Sicherheit und den Grundrechten der iranischen Bürger zu äußern. Wie viele junge Iraner nutzte Bita ihre Stimme – sowohl online als auch offline –, um Würde, Verantwortlichkeit und das Recht auf ein Leben ohne Angst einzufordern.

Ihr Aktivismus entstand in einer Zeit erhöhter öffentlicher Spannungen, als die iranische Gesellschaft von weit verbreiteten Protesten und Forderungen nach Gerechtigkeit erschüttert wurde. Junge Menschen, insbesondere Frauen, wurden zum Gesicht dieser Forderungen nach Veränderung. Infolgedessen sahen sich viele von ihnen, darunter auch Bita, ständiger Überwachung, Schikanen und Drohungen durch die Sicherheitskräfte ausgesetzt.

Bita war zuvor im Zusammenhang mit friedlichen Protesten inhaftiert worden und später wieder freigelassen worden. Ihr anhaltendes bürgerschaftliches Engagement machte sie jedoch zu einem ständigen Ziel der Behörden.

Die Verhaftung einer Mutter und ihrer Tochter

Am 19. November durchsuchten Sicherheitskräfte das Haus der Familie und nahmen Maryam Abbasi Nikoo, Bitas Mutter, ohne einen Haftbefehl vorzulegen oder die rechtliche Grundlage für ihre Festnahme zu erläutern. Sie wurde an einen unbekannten Ort gebracht, und ihre Familie erhielt keinerlei Informationen über die gegen sie erhobenen Vorwürfe oder die Umstände ihrer Inhaftierung.

Nur wenige Tage später wurde Bita Shafiei selbst auf einer Reise festgenommen, angeblich weil sie sich um die Situation ihrer Mutter kümmern wollte. Sie wurde von Sicherheitskräften festgenommen und an einen unbekannten Ort gebracht. Seitdem, Sowohl Mutter als auch Tochter sind praktisch im iranischen Haftsystem verschwunden..

Die Behörden haben keine offizielle Stellungnahme abgegeben. Es gibt keine Bestätigung einer formellen Anklage, keinen Gerichtstermin und keine Zusicherung, dass die beiden Frauen Zugang zu einem Anwalt, medizinischer Versorgung oder Kontakt zu ihren Familien haben.

Isolationshaft und das Risiko von Missbrauch

Menschenrechtsorganisationen warnen seit langem davor, dass Isolationshaft im Iran oft mit Zwangsverhören, psychologischem Druck und erzwungenen Geständnissen einhergeht. Der fehlende Zugang zu Rechtsbeistand und Familienbesuchen macht die Inhaftierten extrem schutzlos.

Berichten zufolge werden sowohl Bita als auch ihre Mutter möglicherweise in Einzelhaft gehalten – eine Praxis, die schwere psychische und emotionale Schäden verursachen kann, insbesondere wenn sie jungen Häftlingen auferlegt wird. Für eine 19-jährige Frau kann Isolation unter solchen Bedingungen verheerende Folgen haben.

Die absichtliche Trennung einer Tochter von ihrer inhaftierten Mutter verstärkt die Besorgnis noch weiter. Diese Taktik wurde wiederholt angewendet, um Druck auszuüben, Widerstand zu brechen und abweichende Stimmen zum Schweigen zu bringen, indem ganze Familien ins Visier genommen wurden.

Ein umfassenderes Muster der Unterdrückung

Die Verhaftung von Bita Shafiei und Maryam Abbasi Nikoo ist kein Einzelfall. Sie spiegelt ein umfassenderes Muster der Unterdrückung im Iran wider, wo friedliche Meinungsäußerungen, bürgerschaftliches Engagement und sogar Solidaritätsbekundungen unter Strafe gestellt werden.

In den letzten Jahren haben sich die iranischen Behörden zunehmend auf willkürliche Inhaftierung, vage Anklagen wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit und langwierige Untersuchungshaft, um die Gesellschaft einzuschüchtern. Frauen und junge Aktivisten sind davon unverhältnismäßig stark betroffen und werden wegen ihrer Kritik an sozialen und politischen Normen härter bestraft.

Familien von Aktivisten werden häufig als Mittel der kollektiven Bestrafung ins Visier genommen – ein klarer Verstoß gegen internationale Menschenrechtsstandards.

Internationale rechtliche Verpflichtungen ignoriert

Der Iran ist Unterzeichner mehrerer internationaler Verträge, die das Recht auf ein ordnungsgemäßes Verfahren, Freiheit von willkürlicher Inhaftierung und Schutz vor Folter und Misshandlung garantieren. Dazu gehören die Verpflichtung, Inhaftierte über die gegen sie erhobenen Anklagen zu informieren, ihnen Zugang zu einem Rechtsbeistand zu gewähren und eine humane Behandlung sicherzustellen.

Im Fall von Bita Shafiei und ihrer Mutter scheinen diese grundlegenden rechtlichen Garantien völlig missachtet worden zu sein. Die mangelnde Transparenz und das anhaltende Schweigen der Behörden stellen schwerwiegende Verstöße gegen das Völkerrecht dar.

Stimmen der Besorgnis und Solidarität

Das anhaltende Schweigen über das Schicksal von Bita und Maryam hat bei Aktivisten, Menschenrechtsverteidigern und Mitgliedern der iranischen Diaspora tiefe Besorgnis ausgelöst. Viele befürchten, dass eine längere Haft ohne Aufsicht sie physischen oder psychischen Gefahren aussetzen könnte.

Kampagnen, die ihre sofortige Freilassung fordern, haben an Dynamik gewonnen und betonen, dass niemand – insbesondere kein Teenager – für friedliches bürgerschaftliches Engagement bestraft werden sollte. Ihre Unterstützer bestehen darauf, dass es kein Verbrechen ist, Gerechtigkeit, Würde und Grundrechte einzufordern.

Warum dieser Fall wichtig ist

Die Inhaftierung von Bita Shafiei und ihrer Mutter geht weit über eine einzelne Familie hinaus. Sie spiegelt die gefährliche Realität wider, mit der unzählige iranische Bürger konfrontiert sind, deren Stimmen systematisch unterdrückt werden.

Wenn eine junge Frau wegen ihrer Kritik an der Gesellschaft inhaftiert wird und ihre Mutter allein aufgrund ihrer Verwandtschaft zu ihr ebenfalls ins Gefängnis kommt, sendet dies eine erschreckende Botschaft aus: Schweigen wird nicht nur durch Angst erzwungen, sondern auch durch die Zerstörung familiärer Bindungen.

Solche Praktiken untergraben die Grundlagen jeder Gesellschaft und vertiefen den Kreislauf von Traumata und Ungerechtigkeit.

Ein Aufruf an die internationale Gemeinschaft

Die internationale Gemeinschaft darf nicht schweigen. Diplomatischer Druck, öffentliches Engagement und anhaltende Aufmerksamkeit sind unerlässlich, um weiteren Schaden zu verhindern und diejenigen zu schützen, die derzeit gefährdet sind.

Die sofortige und bedingungslose Freilassung von Bita Shafiei und Maryam Abbasi Nikoo muss gefordert werden. Zumindest müssen ihr Aufenthaltsort, ihr rechtlicher Status und ihr Zugang zu medizinischer Versorgung und Rechtsbeistand transparent gemacht werden.

Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Die Sicherheit und Würde einer jungen Frau und ihrer Mutter dürfen nicht der Unterdrückung und Angst geopfert werden.

Wir stehen für Menschenwürde

Der Verein Welle verurteilt die willkürliche Inhaftierung von Bita Shafiei und Maryam Abbasi Nikoo aufs Schärfste und fordert ihre sofortige Freilassung. Wir solidarisieren uns mit allen Menschen im Iran, die wegen friedlicher Meinungsäußerung und bürgerschaftlichem Engagement inhaftiert sind.

Wir fordern Regierungen, internationale Organisationen und die Zivilgesellschaft dringend auf, ihre Stimme zu erheben und sinnvolle Maßnahmen zu ergreifen. Schweigen ermöglicht Ungerechtigkeit. Sichtbarkeit rettet Leben.

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