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Schweizer Ausstellungen gedenken der Opfer des Massakers im Iran von 1988

Gedenken an die Opfer

Im vergangenen August versammelten sich in der ganzen Schweiz – von den historischen Straßen Berns bis hin zu den Gemeindezentren in Effretikon und darüber hinaus – Mitglieder der iranischen Diaspora, Anwohner und Menschenrechtsaktivisten für ein gemeinsames Anliegen: sicherzustellen, dass die Stimmen der Unschuldigen niemals von der Geschichte zum Schweigen gebracht werden.

Mit einer Reihe eindringlicher Fotoausstellungen unter freiem Himmel und Gedenkausstellungen rückten die Organisatoren ein dunkles Kapitel der Geschichte ins Licht und würdigten die Opfer des Massakers von 1988 im Iran, bei dem innerhalb weniger Wochen mehr als 30.000 politische Gefangene systematisch hingerichtet wurden.

Ein eindrucksvoller Beweis für menschliche Verbundenheit

Beim Rundgang durch die Ausstellungen in Städten wie Bern und Effretikon wurden die Passanten von Hunderten von Gesichtern empfangen, die aus Reihen von Porträts auf sie blickten – junge Frauen, Studentinnen, Gewerkschaftsführerinnen und Idealistinnen, deren Leben ein jähes Ende fand, nur weil sie es gewagt hatten, sich eine freie Gesellschaft vorzustellen.

An jedem Ausstellungsort herrschte eine Atmosphäre der feierlichen Besinnung und herzlicher zwischenmenschlicher Verbundenheit. Freiwillige standen im Spätsommerwetter da, um mit Einheimischen zu sprechen, Fragen zu beantworten und persönliche Geschichten über Familienmitglieder zu erzählen, die der politischen Unterdrückung zum Opfer gefallen waren. Viele Schweizer Bürger hielten an, um Blumen niederzulegen, Petitionen zu unterschreiben und in stiller Solidarität an der Seite der Organisatoren zu stehen. Für viele Besucher verwandelte der Anblick der einzelnen Gesichter und das Hören der persönlichen Geschichten ein abstraktes historisches Ereignis in eine tief empfundene menschliche Tragödie.

Schweizer Messen

Das Massaker von 1988 verstehen: Ein heimliches Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Um die tiefgreifende Bedeutung dieser Ausstellungen zu verstehen, muss man auf den Sommer 1988 zurückblicken. Als sich der Iran-Irak-Krieg dem Ende zuneigte, erließ der oberste Führer des Regimes eine geheime Fatwa (Verfügung), die sich gegen politische Dissidenten richtete, die in Gefängnissen im ganzen Land inhaftiert waren.

In einem Vorfall, der von Menschenrechtsorganisationen, Rechtsexperten und internationalen Gremien mittlerweile als eines der schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit des späten 20. Jahrhunderts anerkannt wird, wurden Tausende von Gefangenen minutenlangen Verfahren durch geheimnisumwitterte “Todesurteile.”Diese Gerichte haben weder Beweise gewürdigt noch Rechtsbeistand gewährt; stattdessen befragten sie die Gefangenen zu ihren politischen Überzeugungen und ihrer Zugehörigkeit zu Oppositionsgruppen.“.

Wer sich weigerte, seinen Glauben zu widerrufen, wurde zum Tode verurteilt. Im Laufe von nur wenigen Monaten wurden schätzungsweise 30.000 politische Gefangene – von denen die meisten bereits eine Haftstrafe verbüßten – hingerichtet und in unmarkierten Massengräbern im gesamten Iran, wie beispielsweise auf dem Friedhof von Khavaran, beigesetzt. Den Familien wurde das Recht auf Trauer verwehrt, und bis heute wurden viele nie offiziell darüber informiert, wo ihre Angehörigen begraben sind.

Vom historischen Gedächtnis zum Handeln in der Gegenwart

Die im August stattfindenden Ausstellungen konzentrierten sich nicht nur auf die Erinnerung an die Vergangenheit, sondern auch auf die Auseinandersetzung mit der heutigen Realität. Die Organisatoren betonten, dass die Straffreiheit der Täter des Massakers von 1988 den Grundstein für jahrzehntelange Menschenrechtsverletzungen und die alarmierend hohe Zahl an Hinrichtungen gelegt habe, die heute im Iran stattfinden.

Mit der Ausrichtung dieser Ausstellungen im öffentlichen Raum in Bern, Effretikon und anderen Schweizer Städten verfolgten die Organisatoren mehrere wichtige Ziele:

  • Den Opfern ihre Würde zurückgeben: Durch die Präsentation persönlicher Geschichten, Fotos und Kunstwerke gaben die Ausstellungen denjenigen ihre Menschlichkeit und Identität zurück, die das Regime aus der Geschichte auslöschen wollte.
  • Sensibilisierung der Schweizer Öffentlichkeit: Durch den direkten Austausch mit den lokalen Gemeinschaften wurde das Bewusstsein für die Geschichte des Widerstands und den anhaltenden Kampf um demokratische Freiheit im Iran geschärft.
  • Forderung nach internationaler Rechenschaftspflicht: In den Demonstrationen wurden internationale Gremien und europäische Regierungen dazu aufgefordert, das diplomatische Schweigen zu beenden, die Verbrechen von 1988 aufzuklären und die verantwortlichen Amtsträger vor internationale Gerichte zu stellen.

Die Kraft der Erinnerungen

“Die Erinnerung ist unsere stärkste Waffe gegen Ungerechtigkeit”, erklärte einer der lokalen Organisatoren während der Ausstellung in Bern. “Wenn eine Diktatur versucht, die Wahrheit zu vernichten, hält das Tragen dieser Wahrheit auf die öffentlichen Plätze in ganz Europa die Hoffnung auf Freiheit am Leben.”

Die überwältigende Unterstützung durch die lokalen Gemeinschaften in der Schweiz hat gezeigt, dass Menschenrechte und das Streben nach Gerechtigkeit keine Grenzen kennen. Als die Ausstellungen Ende August zu Ende gingen, war die Botschaft, die in Bern, Effretikon und im ganzen Land zurückblieb, klar: Die Opfer von 1988 werden niemals vergessen werden, und das Bekenntnis zu einer freien und demokratischen Zukunft bleibt unerschütterlich.

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