Zwillingsschwester erhält 25 Jahre Haft Die 20-jährigen Zwillingsschwestern Taraneh und Romina Rahimi aus Isfahan wurden im Iran zu drastischen Strafen verurteilt. Taraneh Rahimi droht die Hinrichtung durch Erhängen, während ihre Schwester Romina zu 25 Jahren Haft verurteilt wurde. Hintergrund ist ihre Teilnahme an den regierungskritischen Protesten im Januar 2026.
Die beiden Schwestern waren damals noch 19 Jahre alt und gingen zur Schule. Am 8. und 9. Januar nahmen sie in Isfahan an den Protesten gegen die iranische Führung teil. Etwa einen Monat später wurden sie nach Angaben ihrer Familie mitten in der Nacht von maskierten Männern aus ihrem Haus abgeführt.
Vier Monate lang wusste die Familie nicht, wo sich die jungen Frauen befanden. Ihre Mutter suchte in Krankenhäusern, Gerichten und staatlichen Einrichtungen nach ihnen. Erst im Mai erhielt sie die Nachricht, dass ihre Töchter in einem Gefängnis in Isfahan festgehalten wurden. Nach Angaben der Familie waren die Schwestern bei ihrem ersten Wiedersehen schwer gezeichnet. Ihr Cousin Masoud Nourmohammadi berichtet von geschwollenen Gesichtern, zahlreichen Blutergüssen sowie gebrochenen Füßen, Ellbogen und Fingerknöcheln. Auch Teile ihrer Haare seien ihnen während der Haft ausgerissen worden.
Besonders schwer wiegen die Vorwürfe im Zusammenhang mit Taranehs Geständnis. Nach Angaben ihrer Anwälte soll dieses unter Folter und massiven Drohungen erzwungen worden sein. Gefängniswärter hätten Taraneh damit gedroht, ihre Zwillingsschwester Romina vor ihren Augen zu vergewaltigen, falls sie das Geständnis nicht unterschreibe.Berichten zufolge wurden keine Beweise vorgelegt, die eine Beteiligung der beiden Schwestern an gewalttätigen Handlungen während der Proteste belegen würden. Auch ihre Mutter durfte dem Gerichtsverfahren nicht beiwohnen.
Ende August wurde das Urteil gefällt: Taraneh wurde zum Tod durch Erhängen verurteilt, Romina zu 25 Jahren Haft. Warum die beiden Schwestern trotz ihres gleichen Hintergrunds so unterschiedlich bestraft wurden, ist bislang unklar. Seit der Urteilsverkündung durfte die Familie die beiden nach eigenen Angaben nicht mehr sehen. Taranehs Anwälte versuchen nun, gegen das Todesurteil vorzugehen. Die Familie befürchtet jedoch, dass eine Hinrichtung erfolgen könnte, bevor alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.