Auch nach den brutalen Repressionen des Regimes gegen die landesweiten Bevölkerungsproteste zu Beginn des Jahres kommt es seit dem Frühjahr und dem Sommer 2026 in verschiedenen Teilen des Landes erneut zu Protestaktionen.
Menschen aus allen Bevölkerungsgruppen nehmen teil, Arbeiter, Rentner, Lehrkräfte, Studenten sowie Schüler. Ausser gegen die Repressionen und Menschenrechtsverletzungen wendet sich die Bevölkerung auch gegen die hohen Lebenshaltungskosten, Inflation, sinkende Kaufkraft, verspätete oder ausbleibende Lohn- und Rentenzahlungen sowie Missstände im Bildungswesen.
Besonders umfangreich waren Ende Mai und Anfang Juni Proteste von Studenten und Schülern. Berichte aus dem Inland dokumentieren Aktionen in rund 20 Provinzen.
Auch im Juli gab es Proteste verschiedener Bevölkerungsgruppen in Städten wie Teheran, Schusch, Ahvaz, Dezful, Kermanschah, Rascht, Karadsch und Tabriz. Die Forderungen der Protestteilnehmer bezogen sich sowohl auf wirtschaftliche und soziale Anliegen sowie auf die Freilassung politischer Gefangener und der während der Bevölkerungsproteste festgenommenen Menschen.
Am 8. Juli unternahmen Studenten eine digitale Protestaktion an staatlichen Universitäten. Eswurden dabei mehr als 900 Webseiten an zwölf Universitäten vorübergehend ausser Betrieb gesetzt.
Im August gab es zahlreiche Protestaktionen im Iran. Rentner, entlassene Arbeiter einer Gas-Raffinerie, Apotheker, Stahlarbeiter, Pflegepersonal und Telekom-Angestellte führten in sieben Städten – Teheran, Kermanschah, Arak, Dezful, Ahvaz, Schusch und Rascht – Protestaktionen durch, in denen sie unter anderem die prekären Lebensbedingungen, die mangelnde Gesundheitsversorgung und die Trinkwasserknappheit anprangern. Ausserdem forderten sie die Freilassung aller politischen Gefangenen sowie den Stopp aller Hinrichtungen.