Inmitten des harten Vorgehens gegen Proteste und verstärkten Sicherheitsmaßnahmen sind zahlreiche Berichte über die weit verbreitete Verhaftung von Demonstranten, darunter auch Jugendliche, aufgetaucht.
Menschenrechtsorganisationen warnen davor, dass einige der Festgenommenen mit der Todesstrafe rechnen müssen, und die jüngsten Erklärungen der Justizbehörden haben die Besorgnis noch verstärkt.
Im März 2026 betonte der Leiter des Justizwesens, Gholamhossein Mohseni-Ejei, die Notwendigkeit eines entschlossenen Vorgehens gegen die Demonstranten und ordnete an, dass gegen die als 'Krawallmacher' bezeichneten Personen 'entschlossen und ohne Nachsicht' vorgegangen werden müsse, wobei 'harte und maximale' Strafen verhängt werden sollten. Er betonte auch die Notwendigkeit der raschen Vollstreckung von Urteilen, aber auch von Todesurteilen für Minderjährige. Kritiker interpretieren diese Äußerungen als Hinweis auf einen eskalierenden Trend zu härteren Strafen, einschließlich der Todesstrafe.
Zu den gemeldeten Fällen gehört der von Diana Taherabadi, einer 16-Jährigen, die Berichten zufolge in den frühen Morgenstunden von Sicherheitskräften in ihrem Haus verhaftet und an einen Ort der Haft gebracht wurde. Es heißt, sie habe zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung geschlafen, und es wurde die Befürchtung geäußert, dass sie nach ihrer Verlegung zum Tode verurteilt werden könnte.
Es gibt auch Berichte über andere Jugendliche, die inhaftiert sind und denen schwere Anschuldigungen drohen. In einigen Fällen wurde bereits über die Hinrichtung von Personen unter 18 Jahren berichtet, darunter die eines 18-Jährigen, der nur wenige Wochen nach seiner Verhaftung gehängt wurde.
Menschenrechtsorganisationen betonen, dass die Verhängung von Todesurteilen gegen Personen unter 18 Jahren einen klaren Verstoß gegen das Übereinkommen über die Rechte des Kindes und andere internationale Verpflichtungen darstellt. Dennoch deuten Berichte darauf hin, dass die Gerichtsverfahren unter den gegenwärtigen Bedingungen immer schneller und strenger durchgeführt werden.
Organisationen mit Bezug zu den Vereinten Nationen hat sich ebenfalls besorgt über die Situation geäußert und die sofortige Freilassung aller Kinder gefordert, die im Zusammenhang mit den jüngsten Unruhen im Iran inhaftiert wurden. In einer Erklärung erklärte die Organisation, sie sei “zutiefst besorgt” darüber, dass Kinder weiterhin inhaftiert sind, und betonte, dass Freiheitsentzug lang anhaltende Folgen für die Entwicklung eines Kindes haben kann. UNICEF betonte, dass Kinder mit Würde behandelt werden müssen, dass sie den Kontakt zu ihren Familien aufrechterhalten müssen und dass der Iran als Unterzeichner des Übereinkommens über die Rechte des Kindes verpflichtet ist, diese Rechte zu wahren und zu schützen.
In einer Zeit, in der das Land von Spannungen und Krisen betroffen ist, warnen Aktivisten der Zivilgesellschaft, dass das vorherrschende Sicherheitsklima - und sogar die Kriegsbedingungen - nicht als Vorwand benutzt werden dürfen, um die Grundrechte der Bürger, insbesondere der Kinder und Jugendlichen, zu missachten.
Sie fordern einen sofortigen Stopp der Verhängung und Vollstreckung von Todesurteilen gegen Jugendliche und die Einhaltung von Standards für faire Verfahren.